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Das wichtigste Gerät des Bauleiters ist das Tablet

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Vernetzungsanlass «Immo Zmorge» der Standortförderung Knonauer Amt

Die Standortförderung Knonauer Amt schnupperte für einmal ennet der Kantonsgrenze «Networkingluft». Zum Thema «Digitalisierung des Bauens» lud die Leuthard-Gruppe in Merenschwand zum «Zmorge» ein. 


von Martin Mullis – Affolter Anzeiger


Die über 30 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Immobilienbranche, Politik, Versicherung sowie Verwalter und Finanzierer, welche Johannes Bartels, Geschäftsleiter der Standortförderung Knonauer Amt, bei der Leuthard-Gruppe in Merenschwand begrüssen durfte, waren handverlesen. Neben zahlreichen Inhabern und Geschäftsführern der Säuliämtler Industrie und des Gewerbes, waren auch die Leiter der ZKB, Martin Diethelm, und der Raiffeisen, David Caldas, anwesend. Ebenfalls gut vertreten war die Regionalpolitik mit Gemeindepräsidentin Gaby Noser Fanger, Ottenbach, Gemeinderätin Valérie Battiston, Stallikon, Stadträtin Claudia Ledermann, Affoltern, und den Gemeindepräsidenten Werner Michel, Stallikon, und Stephan Hinners, Obfelden.

CEO Dieter Greber stellte den Referenten Florian Schalko, Leiter BIM & Digitalisierung, vor und leitete mit einigen starken und wohl auch etwas provokanten Worten zum Thema «Leuthard 4.0, Digitalisiertes Bauen» über. Die heutige Art des Bauens unterscheide sich eigentlich nur unwesentlich von der Vorgehensweise beim Bau der Cheops-Pyramide vor mehr als 4600 Jahren, die Planung jedoch schon.

Ein digitaler Zwilling des Bauvorhabens 

Florian Schalko unterstrich anschliessend mit seinen Ausführungen die Aussage seines Chefs. So wird bei der Leuthard-Gruppe grundsätzlich auf eine Papier-Version von Lieferscheinen, Rechnungen, Plänen usw. verzichtet. Lange vor dem Baubeginn wird mit dem BIM (Building Information Modeling Management) ein digitaler Zwilling des Bauvorhabens erstellt. Eine wichtige und überaus hilfreiche Technologie ist dabei die Fotogrammetrie, wo mittels Drohnen die «Baulandschaft» dreidimensional vermessen und dargestellt werden kann.

Als anschauliches Beispiel erwähnte er, dass der Baggerführer beim Aushub einen Bildschirm mit dem genauen Bild der geplanten Grube vor sich hat. Die Baustelleneinrichtung wird mittels Drohnenaufnahmen und Google Earth ermittelt. Jedes Heizungs- oder Lüftungsrohr, jede technische Installation ist detailliert und im 3D-Modell auf dem iPad ersichtlich. Florian Schalko zeigte am Ende seiner Ausführungen ein Bild einer grünen Wiese, auf der ein Wohngebäude erstellt werden sollte. Anschliessend stülpte er sich einen Helm über den Kopf sowie eine Kamera vor seine Augen und übertrug seine Ansicht gleichzeitig auf die Leinwand.

Noch vor der Baueingabe bereits durchs Wohnzimmer spazieren

So konnte er auf das geplante Haus zuschreiten, es betreten und die einzelnen Räume besichtigen. Ein künftiger Hausbesitzer kann so die Aussicht eins zu eins betrachten, ja, sogar die Sonneneinstrahlung sowie den Schattenwurf nach gewünschter Tageszeit feststellen. Die Möglichkeit, durch den Neubau zu spazieren, bevor überhaupt das Baugespann ausgesteckt ist, eröffnet natürlich grossartige und ungewöhnliche Möglichkeiten – sowohl für Bauunternehmen als auch für die Bauherrschaft. Die digital gesteuerte Bauausführung gewährleistet zusätzlich auch eine direkte Kommunikation zwischen allen Gewerken und zeigt sich als zeitsparende Lösung für eine effiziente und geordnete Bauleitung.

Dass jedoch trotz modernsten und raffinierten digitalen Techniken das «Networking», sprich direkte Gespräche über menschliche Belange, wichtig sind und gewünscht werden, bewiesen die Themen der sichtlich beeindruckten Teilnehmenden beim Frühstück mit Kaffee, Gipfeli und Sandwiches.