News erstellt am:


«Ist es denn schlecht, eine Randregion zu sein?»

Zurück Nächste News Alle

27.04.2019 //

Workshop der Standortförderung mit Mitgliedern der Gemeinde- und Kantonsräte:

Es ging um Fragen der Lastenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden, um den Stellenwert des Säuliamts als Randregion, wenn etwa der Kanton den öffentlichen Verkehr plant —und: wie sich denn unsere Region positionieren könne und wolle.

Nach einem erfolgreichen Pilotanlass letztes Jahr führte nun die Standortförderung das Format ‘Netzwerk Politik’ ein und lud zu einem Workshop. Es kamen 29 Gemeinde- und sechs Kantonsratsmitglieder, jede Gemeinde war vertreten, es gab mehrere Diskussionsrunden.

Forderungen nach fairer Lastenverteilung

Eine widmete sich dem brennenden Thema, wie die Lastenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden – es geht um Sozial-, Bildungs- und Gesundheitskosten – fairer gestaltet werden müssten. Dass hier Korrekturbedarf herrsche, darüber war man sich einig. Konkrete Vorschläge wurden zu Papier beziehungsweise zu Flipchart gebracht. Vielleicht ein erster Schritt zu einer Reform auf kantonaler Ebene? Eine entsprechende Strategie konnte in diesem Format aber noch nicht entwickelt werden.

Bedacht wurde ausserdem die Frage, wie notfalls die Zürcher Planungsgruppe Knonauer Amt (ZPK) auf politischer Ebene unterstützt werden könnte, denn sie arbeitet an Themen von höchstem Interesse: Öffentlicher Verkehr und Regionalplanung. Gerade in diesen Bereichen fühlen sich unsere Gemeinden mehrheitlich seitens Kanton bloss als Randregion wahrgenommen. Die ZPK wird übrigens an ihrer Delegiertenversammlung vom 15. Mai über ihre Arbeit informieren.

Am liebsten eine nicht-marginalisierte Randregion

Mit der Eigenschaft als Randregion scheint es so eine Sache zu sein. Heisst Randregion, dass unsere Interessen beim Kanton eher als marginal angesehen werden? Dann hätten wir lieber das politische Gewicht einer Flughafenregion. «Aber ist es denn schlecht, eine Randregion zu sein? » fragte Christoph Lüthi, Gemeindepräsident von Rifferswil. Dies war eine Kernfrage der Diskussionsrunde über die Zukunft und Positionierung unserer Region. Die Stichworte, die hier höchste Zustimmung erfuhren — «naturnahe, grüne Region»; «Arbeiten, wo man wohnt»; «Stärkung regionaler Produkte» — können durchaus als Charakteristika einer positiv verstandenen, starken Randregion gelesen werden. Die Standortförderung nimmt sich jedenfalls dieser Sache an, denn die Frage ist wichtig: wie kann und will unsere Region mit ihren Stärken die Chancen nutzen und die Gefahren meiden, welche uns das Umfeld mitsamt Megatrends bereithält? Das Stichwort einer «eTech-Region» ist bereits mehrfach gefallen, einer Region, die für ökologische Innovation steht.

Der Prozess geht weiter

«Fortsetzung folgt!» konnte der Standortförderer Johannes Bartels am Schluss, nach einem verdienten Apero riche, in Aussicht stellen, denn das ‘Netzwerk Politik’ stiess in diesem Format auf Zustimmung: es solle als pragmatisch ausgerichtete Diskussionsplattform weitergeführt werden. Und sehr ermutigend waren die Statements der Kantonsrätinnen und –räte: Sie seien gerne für Anliegen seitens Gemeinderäte ansprechbar.